Keine Show für Täter: „Linke“ Macker, CDU und Cops Hand in Hand…

von: Keine Show für Täter (Instagram: @keineshowfuertaeter_berlin)

Wir beziehen uns hier auf einen kürzlich veröffentlichten Indymedia-Artikel, der beschreibt wie Menschen aus dem Reclaim-Casa-Umfeld sich mit Polizei und CDU treffen, um über die aktuelle Lage und Zukunft vom La Casa zu „beraten“…

… Kommt uns bekannt vor!

Dass Leute, die von patriarchalen Strukturen profitieren, im Zweifel mit den höchsten patriarchalen Instanzen, also den staatlichen Gewalten, gemeinsame Sache machen und (andere) Linke ans Messer liefern, wenn sie sich davon eigene Vorteile erhoffen dürfen, ist leider nichts neues.

Die Chronik der Geschehnisse um das Casa zeigt ein Schema, das wir aus unserer Arbeit in linken Strukturen selbst sowie dem Engagement gegen Täter im Show-Business (und gerade auch vermeintlich „linken“ Tätern, die gerne auf Bühnen stehen) nur all zu gut kennen.

Sich als links verstehende Cis-Männer nehmen sich mit dominantem Gehabe Räume, verstehen Machtpositionen nicht als Verantwortung oder Bürde, sondern als Chance diese auszunutzen, um zu bekommen was sie wollen (Egal ob es sich dabei um unsere Körper, Selbstbestimmung oder Räume handelt). Dabei braucht es oft nicht ein mal aktive Gegenwehr, um eine Eskalation zu beschwören. Oft führt schon das Setzen klarer Grenzen, um eine emanzipatorische Co-Existenz zu ermöglichen, dazu, dass für „Linke“ Bro-Culture Bubbles eine Bedrohungslage entsteht.

… und wie reagiert sie auf diese „Bedrohung“, diese Grenzen, diese Emanzipation? Natürlich mit mehr Gewalt – die einzige Sprache, die sie anscheinend sprechen können und lieber gegen junge Queers einsetzen. Man könnte sich in dem Zusammenhang mal fragen, wo die selbsternannten „Antifa“-Kämpfer bei den letzten Faschobedrohungen waren..?
Wenn dann diese Gewalt öffentlich gemacht oder gar kritisiert wird, passiert i.d.R. immer das Gleiche. Die Täter nutzen ihre Machtpositionen, medialen Privilegien und Reichweiten, um wehrhafte Betroffene zu diffamieren und sich selbst als die eigentlichen Opfer der Geschichte darzustellen.
All zu oft mit Erfolg.

Führt dieser Weg nicht zum gewünschten Erfolg, macht man eben das, was Bros auf allen Ebenen nun mal immer machen. Sie suchen sich Hilfe bei anderen Bros. Diese Bros sind gerne Anwält*innen, oder eben auch Bullen und hochrangige Politiker*innen.
Mit anderen Worten, wenn gekränkte Männlichkeit repariert werden muss oder man den Konsequenzen der eigenen Aktionen dringend ausweichen will, ist jedes Mittel und jeder Verrat an den eigenen Werten recht und die Staatsgewalt, die man sonst ablehnt und bekämpft, wird schnell zum besten Bro.

…Ganz schön entlarvend…

Das ist keine linke und erst recht keine antifaschistische Praxis, sondern gelebtes Policing und spielt Bullen und Rechten nur in die Karten.

Anstatt sich selbstkritisch mit den eigenen Positionen, Privilegien und dem eigenen Handeln auseinander zu setzen, wird von Spaltung gesprochen und ausgeblendet, wie viele Gesprächsabgebote es im Vorhinein gegeben hat. Die eigene Gewalt wird dabei kleingeredet, gerechtfertigt oder geleugnet und die Gegenwehr anderer im klassischen Stile patriarchal geprägter Täter-Opfer Umkehr als ungeahnter Gewalt-Akt skandalisiert.

Egal, ob wir nun über die sexualisierte Gewalt, den Täterschutz feiner Fische sprechen müssen, über „Antifas“ die ihre Genoss*innen an den Staat verraten, wenn ihre sexualisierte Gewalt publik wird oder eben eine Hand voll trauriger Ü30er, die sich nicht von einem Jugend(!)zentrum trennen können und dieses nach einer gescheiterten gewaltvollen Besetzung lieber von den Bullen räumen lassen (und damit im Haus lebende migrantische und queere massiv gefährden) als sich auch für nur eine Sekunde selbst zu reflektieren, bleibt eines dabei immer gleich:

Patriarchat und Patriarchat gehen Hand in Hand.
Wer mit Polizei und CDU kooperiert, ist weder links noch Antifa, sondern einfach nur Stiefellecker.